Blick auf Ettal im Winter
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Ettal – meine “Alma Mater”

Tobias Geiger (Abitur 2012) über seine Beziehung zu Ettal

Rückblickend würde ich Ettal als „Alma Mater“ bezeichnen. Es bedeutet „die nährende, gütige Mutter“. Normalerweise werden Universitäten als „Alma Mater“ bezeichnet, da die Studierenden dort metaphorisch mit Bildung und Wissen genährt werden sollen. Doch ich bin der Meinung, dass dieser Ausdruck mindestens genauso gut, wenn nicht sogar noch besser oder zu einem Internat, wie Ettal es ist, passt.

Seit der fünften Klasse durfte ich Schule und Internat besuchen. Dabei war es in der ersten Zeit nicht immer leicht, sich von zuhause zu trennen. Doch in der neu gewonnenen Gemeinschaft, bestehend aus vielen Freunden, einem herzlichen und fähigen Präfekten und dem daraus entstandenen Zusammenhalt, verging auch der schlimmste Kummer, den man aus der Schule oder auch von Zuhause mitgenommen hatte. Man fühlte sich genau durch diese Gemeinschaft wohl im Internat und hatte automatisch den ganzen Tag seine Freunde um sich herum. Etwas Besseres gibt es in diesem Alter nicht! Auch im weiteren Verlauf meiner „Ettaler Zeit“ bekam ich Einiges geboten und durfte viele schöne Momente erleben. Sportliche Angebote, wie Handballturniere in Tirol oder Skifahren auf der Zugspitze, Unter-, Mittel- und Oberstufenbälle mit den Mädchen aus dem Internat Wald und ab der zehnten Klasse dann auch noch die legendäre Kneipen und die Weinstuben. All das sind Dinge, die mir auf Anhieb einfallen, mit vielen herrlichen Erinnerungen von einer Zeit die man nie vergisst.

Auch heute, fünf Jahre nach meinem Abitur, habe ich noch steten Kontakt zu Kloster und Internat. Man geht gern dahin zurück, wo man aufgewachsen ist und wo man gelernt hat zu leben aber sehr wohl auch gelebt hat um Leben zu lernen. Kontakt zu den Präfekten, den Schülern und natürlich den Klassenkameraden und anderen Altettalern, welche man durch das ein oder andere Altettalertreffen, welche oft im Internat stattfinden, hält man selbstverständlich sehr gerne.

Aber auch ein Besuch in der immer noch sehr geliebten Kneipe oder der Weinstube des Internates, oder einen spontanen Sonntagsausflug um – ich nenne es – „Kraft zu tanken“, unternimmt man noch immer mit Vorliebe. Ich kann als Altettaler sagen, dass das Thema „Ettal“ nicht mit dem Abitur aufhört, sondern, wenn man denn möchte, ein Leben lang aktuell bleibt. Man gewinnt eine neue Heimat.

Ettal hat mich also nicht nur mit Wissen und Bildung genährt, sondern auch mit Liebe, Gemeinschaft und Zusammenhalt. Daher war dieses Internat in der Vergangenheit meine „Alma Mater“ und wird es auch in Zukunft bleiben.


Bericht GeigerTobias Geiger

hat 2012 sein Abitur in Ettal gemacht. Nach dem freiwilligen Wehrdienst begann er ein Studium der Forstwissenschaft und des Ressourcenmanagements an der TU in München.